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Flugbegleiter der Lufthansa sollen erneut die Arbeit niederlegen

München, 03.09.2012 | 18:09 | tei

Reisende der Lufthansa müssen sich erneut auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen: Wie die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Sonntag mitteilte, sind die von ihr vertretenen Stewardessen und Stewards für den morgigen Dienstag erneut zum Streik aufgerufen. Wann und wo genau die Arbeit ruhen soll, ist bislang noch unklar. Die Streikleitung der UFO will sich dazu spätestens sechs Stunden vor dem geplanten Beginn des Ausstands äußern.

Lufthansa: Neuer Streik der Flugbegleiter für Dienstag angekündigt

Die UFO hat die Flugbegleiter der Lufthansa für Dienstag zum Streik aufgerufen. Foto: Gregor Schläger/Lufthansa.

Der Streik soll nach Angaben der Gewerkschaft jedoch ausgeweitet werden. Entgegen der Arbeitsniederlegung vom vergangenen Freitag, ist davon auszugehen, dass am Dienstag neben Frankfurt am Main auch weitere Flughäfen betroffen sein werden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, gehörten München und Düsseldorf zu den gefährdetsten Airports. Die Gewerkschaft wollte dies gegenüber Spiegel Online allerdings nicht bestätigen. Die Lufthansa bedauerte indes, dass die Gewerkschaft eine Ausweitung des Arbeitskampfes plant. Man sei der Ansicht, ein attraktives Angebot vorgelegt zu haben, sagte ein Sprecher des Luftfahrtunternehmens am Sonntagabend.

Der Ausstand der Flugbegleiter am größten deutschen Flughafen in Frankfurt hatte Ende der letzten Woche für erhebliche Behinderungen gesorgt. Insgesamt fielen am Freitag 190 Flüge aus, rund 26.000 Reisende waren betroffen. Auch am Samstag waren die Auswirkungen des Streiks noch zu spüren - 19 Verbindungen mussten gestrichen werden. Die Lufthansa geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Die UFO hatte die Flugbegleiter am vergangenen Dienstag nach dem Scheitern der seit 13 Monaten andauernden Tarifgespräche erstmals zu einem Streik aufgerufen. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Mehrheit der rund 19.000 Flugbegleiter von Deutschlands größter Airline.

Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von fünf Prozent, eine höhere Gewinnbeteiligung und höhere Einstiegsgehälter. Die Lufthansa bietet 3,5 Prozent mehr Geld, verlangt im Gegenzug aber auch längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und niedrigere Überstundenzuschläge. Zudem drängt die UFO auf ein Ende von Leiharbeit und einen Schutz vor der Auslagerung von Jobs. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist die Lufthansa jedoch bereit auf den Einsatz von Leiharbeitern zu verzichten. Zudem soll das Unternehmen angeboten haben, keine befristeten Arbeitsverträge für Berufseinsteiger mehr auszugeben.

Update 04.09.2012: Wie erwartet wurde der Streik der Flugbegleiter der Lufthansa ausgeweitet. Bereits seit 5 Uhr morgens lassen die Stewardessen und Stewards am Flughafen Berlin-Tegel die Arbeit ruhen. Eine Stunde später traten auch die Flugbegleiter in Frankfurt am Main in den Ausstand. An beiden Airports soll insgesamt acht Stunden lang gestreikt werden. An Deutschlands größtem Flughafen hat die Lufthansa bis Mittag bereits etwa 190 Flugverbindungen gestrichen. Ab 13 Uhr soll nach Angaben der UFO auch das Kabinenpersonal am Flughafen in München streiken. Sie werden die Arbeit erst um 24 Uhr wieder aufnehmen.

Die Lufthansa will Fluggäste, die ihre Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse hinterlegt haben, per SMS oder E-Mail über etwaige Verspätungen, Umbuchungen oder Flugausfälle informieren. Wie das Flugunternehmen mitteilte, können Reisende, die einen innerdeutschen Flug gebucht haben, die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Die Tochterunternehmen der Lufthansa sind von dem Arbeitskampf nicht betroffen.

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