Lufthansa will mit Germanwings Billigflüge in Europa anbieten
München, 12.10.2012 | 13:55 | jwö
Die Lufthansa will Direktflüge innerhalb Europas ab 2013 ausschließlich über ihre Billigfluglinie Germanwings abwickeln. Wie die Airline am Donnerstag mitteilte, soll das Angebot im Low-Cost-Segment – günstig, aber nicht billig – positioniert werden. Eine Ausnahme bilden die Drehkreuze Frankfurt/Main und München, sie werden weiterhin ausschließlich von der Lufthansa bedient. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) fürchtet Medienberichten zufolge dadurch Stellenabbau und eine schlechtere Bezahlung der Mitarbeiter.
Größeres Angebot bei Germanwings ab 2013
Rund 300 Piloten und 1.100 Flugbegleiter sind von der Umstrukturierung betroffen. Laut Spiegel Online befürchten die Mitarbeiter von Deutschlands größter Fluggesellschaft, dass sich ihre Arbeitsbedingungen und Gehälter aufgrund der Umstrukturierung dem niedrigeren Niveau bei Billigfluglinien annähern. UFO sagte gegenüber der Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins, der Konzern habe in den Tarifverhandlungen für die Flugbegleiter bereits mit einem Stellenabbau gedroht. Dies könne die laufenden Schlichtungsgespräche zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern gefährden. Erst vor wenigen Wochen hatte die UFO mehrere Streiks von Flugbegleitern der Lufthansa organisiert.
Bisher fliegt Germanwings von Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart aus insgesamt 90 Zielen in Europa und Nordafrika an. Der Lufthansa-Konzern will den deutschen Markt über Germanwings weiter bedienen, während sich die Kernmarke künftig auf die Langstreckenflüge ab Frankfurt, München und Düsseldorf konzentrieren soll. Europa war für sie in den letzten Jahren ein konstantes Verlustgeschäft. Das erweiterte Angebot und der neue Markenauftritt von Germanwings sollen in den kommenden Wochen entwickelt und im Dezember 2012 vorgestellt werden. Mit dem Konzept günstig, aber nicht billig, wolle man auch für Geschäftsreisende attraktiv bleiben, sagte der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Christoph Franz.
Der Name sowie die Führung der Germanwings GmbH bleiben indes unverändert. Mit Thomas Winkelmann als Geschäftsführer soll die Airline ab 2015 schwarze Zahlen schreiben. Dies war zuletzt 2009 der Fall gewesen. Insgesamt werden bis zu 30 Flugzeuge, die heute Strecken der Lufthansa im Direktverkehr bedienen, ab Januar 2013 zu Germanwings überführt.
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