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Ryanair-Chef: Reisende sollen Koffer selbst ins Flugzeug bringen

München, 06.09.2012 | 12:11 | srh

Auf ihrer Suche nach Sparpotential im Flugbetrieb hat Ryanair einen weiteren ungewöhnlichen Vorschlag ins Gespräch gebracht. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte Michael O’Leary, Vorsitzender der Billig-Fluglinie, am Dienstag, dass die Gepäckabfertigung an Airports seiner Ansicht nach überflüssig sei. Die Passagiere könnten ihre Koffer selbst mit ins Flugzeug nehmen. Bei Bahn- oder Busreisen sei dies längst Standard.

Ryanair-Chef Micheal O’Leary hat seine Vision von einem Billig-Flughafen entworfen. Ein Airport ohne Gepäckabfertigung käme auch den Passagieren Zugute.

Fluggäste von Ryanair sollen ihr Gepäck selbst an Bord bringen, schlägt der Chef der Billig-Fluglinie vor.

Airports sollten sich ebenso auf das Wesentliche konzentrieren wie Supermärkte, sagte O’Leary dem Blatt. Abgespeckte Service-Leistungen an den Flughäfen könnten seiner Ansicht nach niedrigere Gebühren für Airlines nach sich ziehen. Über günstigere Flugtickets könnten letztlich auch die Fluggäste profitieren.

Die Pläne könnten unter Umständen schon bald realisiert werden, denn Ryanair will sich Medienberichten zufolge als Minderheitseigner am Londoner Flughafen Stansted beteiligen. Der Airport soll in finanzielle Turbulenzen geraten sein und Kapital benötigen. Die irische Billigfluglinie nutzt den Flughafen bereits seit Jahren intensiv. Ein Großteil des dortigen Flugverkehrs wird durch die Ryanair-Maschinen abgewickelt. Kommt es zu einem Einstieg der irischen Fluglinie beim Londoner Flughafen, könnte sich der Ryanair-Chef laut Handelsblatt einen Umbau hin zu einem Billig-Airport gut vorstellen.

Sollte diese Idee umgesetzt werden, würde dies den Flughafenbetreibern einiges an Geld sparen. Dieses Plus könnten sie in Form niedrigerer Gebühren für die Nutzung des Flughafens an die Airlines weitergeben – und diese die Ersparnisse an ihre Fluggäste in Form attraktiverer Ticket-Preise. Wie das Handelsblatt berichtet, hat Ryanair seine Preise in den vergangenen Jahren um rund 16 Prozent anheben müssen – vor allem aufgrund gestiegener Kerosinpreise. Reaktionen auf den jüngsten Vorstoß des in der Branche als Provokateur bekannten Ryanair-Chefs von Politik, Verbänden und Gewerkschaften lagen bis zum Donnerstagmorgen noch nicht vor.

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