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Türkei-Syrien-Konflikt: Türkei stoppt Passagierflugzeug aus Armenien

München, 15.10.2012 | 15:54 | jwö

Die Türkei hat am Montag erneut eine Passagiermaschine aus dem Ausland durchsucht. Das Flugzeug war auf dem Weg von der armenischen Hauptstadt Eriwan nach Aleppo in Nordsyrien von der türkischen Luftwaffe angehalten worden, berichteten türkische Fernsehsender. Nach Angaben der armenischen Regierung war die Landung der Maschine auf dem Flughafen der osttürkischen Provinzhauptstadt Erzurum zwischen den Nachbarländern abgesprochen worden. Das Flugzeug habe Hilfsgüter geladen, sagte ein Sprecher des armenischen Außenministeriums am Montag. Nach Abschluss der Untersuchung konnte die Maschine ihren Flug am Mittag fortsetzen.

Flugzeug von unten

Die Türkei kämpft gegen Waffenlieferungen nach Syrien.

Erst am Samstag hatte Ankara syrischen Flugzeugen die Überflugrechte entzogen. Medienberichten zufolge wurde die Regierung in Damaskus noch am gleichen Tag über den Schritt informiert. Die türkische Regierung habe sich zu dem Schritt entschieden, weil das syrische Regime zivile Flüge für den Transport militärischer Fracht missbrauche, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu.

Mit der Sperrung des Luftraums vom Samstag reagierte Ankara auf einen ähnlichen Beschluss Syriens. Am selben Tag hatte die Führung in Damaskus den syrischen Luftraum für türkische Airlines gesperrt. Der Konflikt um die Überflugrechte begann bereits am vergangenen Mittwoch. Nach Hinweisen des Geheimdienstes hatte die türkische Luftwaffe ein syrisches Passagierflugzeug auf dem Weg von Moskau nach Damaskus zur Landung gezwungen und nach Waffen durchsucht. Laut der türkischen Regierung in Ankara hatte die Maschine Rüstungsteile und Munition für das Assad-Regime geladen. Sowohl Syrien als auch Russland dementierten dies.

Nach dem Vorfall erklärten die türkischen Behörden den syrischen Luftraum für unsicher und untersagten es türkischen Flugzeugen, das Nachbarland zu überqueren. Im Gegenzug sperrte Syrien seinen Luftraum für Maschinen der Turkish Airlines, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am späten Samstagabend meldete. Türkische und syrische Airlines müssen nun jeweils Umwege über andere Länder in Kauf nehmen. Alle anderen Fluggesellschaften sind von den Luftraumsperrungen nicht betroffen.

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