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Bundesweiter Flugbegleiter-Streik stellt Lufthansa vor massive Probleme

München, 07.09.2012 | 13:22 | tei

Die Lufthansa erlebt aktuell die weitreichendsten Flugausfälle ihrer Geschichte an nur einem Streiktag: Der Grund ist ein flächendeckender Ausstand von etwa 18.000 Stewardessen und Stewards. Medienberichten zufolge muss die Airline am Freitag 1.200 aller insgesamt 1.800 geplanten Verbindungen ausfallen lassen. Laut Spiegel Online zeigte sich das Unternehmen jedoch zuversichtlich, 900 Flüge durchführen zu können. Insgesamt werden rund 100.000 Reisende von den Ausfällen betroffen sein - an einem normalen Freitag fliegen rund 170.000 Passagiere mit der Lufthansa.

UFO ruft Flugbegleiter der Lufthansa ganztägig zum Streik auf

Stewardess bei der Arbeit: Heute müssen Reisende aber auf ihre Dienste verzichten. Foto: Jens Goerlich/Lufthansa.

Noch bis 24 Uhr werden die Flugbegleiter an den Lufthansa-Standorten Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Berlin-Tegel, Hamburg und Stuttgart die Arbeit ruhen lassen. Die ersten Auswirkungen des seit Mitternacht andauernden Ausstands waren aufgrund des Nachtflugverbots erst in den frühen Morgenstunden zu spüren. Bereits am Donnerstag waren allerdings einige Abflüge aus dem Ausland annulliert worden. Planmäßig starten sollen hingegen die Maschinen der Lufthansa-Töchter wie etwa Germanwings. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hatte wie bereits bei den Ausständen in der vergangenen Woche nur zum Arbeitskampf gegen das Hauptunternehmen aufgerufen.

Indes kommt anscheinend wieder Bewegung in den festgefahrenen Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren von der UFO vertretenen Flugbegleitern. Beide Parteien gaben an, den Gesprächsfaden nach einigen Tagen der Funkstille wieder aufgenommen zu haben. Nach Aussage des UFO-Vorstandsvorsitzenden Nicoley Baublies habe sich die Gewerkschaft mit dem Flugunternehmen darauf verständigt, einen Schlichter hinzuzuziehen. Wie das ZDF-Morgenmagazin berichtete, sind der ehemalige Bundesarbeitsminister Franz Müntefering, Hamburgs Ex-Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier als mögliche Kandidaten im Gespräch. Die Lufthansa bestätigte jedoch den Einsatz eines Schlichters nicht.

Bereits am Donnerstag erklärte Lufthansa-Chef Christoph Franz gegenüber dem ZDF, dass sein Unternehmen zu Gesprächen bereit sei. Zudem räumte aber auch er ein, die Entschlossenheit der Gewerkschaft unterschätzt zu haben. Streiks in diesem Umfang habe er nicht erwartet. Das Ausmaß des Arbeitskampfs bezeichnete Franz als unverhältnismäßig. Man habe sich jedoch auf den bundesweiten Ausstand eingestellt und bereits früh einen Sonderflugplan veröffentlicht.

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