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Top 10 Tipps fürs Handgepäck: Was mit darf und was nicht

Sonstiges: Kofferband Rollfeld - Emotion

Flugpassagiere dürfen grundsätzlich nicht wild einpacken, was sie möchten. Beim Handgepäck sind die Bestimmungen besonders streng – aus gutem Grund. Am Ende geht es bei allem, was Reisende zunächst als Einschränkung empfinden mögen, um die Sicherheit an Bord. Deshalb darf nichts mit ins Handgepäck, was in der Kabine zur Gefahr werden könnte. Seit den vereitelten Anschlägen im August 2006, bei denen in Getränkeflaschen getarnter Flüssigsprengstoff während des Flugs zum Explodieren gebracht werden sollte, zählen auch diese zu den sogenannten gefährlichen Gegenständen. Allerdings nur ab einem bestimmten Volumen. Wer schon immer einmal genau wissen wollte, was nun mit an Bord darf und was nicht, ist mit unseren Tipps auf der sicheren Seite.

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Die perfekte Größe

Maße und Gewicht
Koffer_packen+Probleme

Wer etwas mit in die Kabine nehmen möchte, muss zunächst einmal sicherstellen, dass das Gepäckstück überhaupt den Vorgaben der jeweiligen Airline genügt. Ist der Koffer oder die Tasche nämlich zu groß, muss man das gute Stück aufgeben und das kann teuer werden. Das Problem dabei: Die zugelassenen Höchstmaße und -gewichte variieren von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft stark. Wer die Kapazitäten seines Handgepäcks voll ausnutzen will, kommt nicht umhin, vor Abreise bei der jeweiligen Fluglinie oder bei der Airline-Übersicht von CHECK24 nachzuschauen. Wer diesen Schritt umgehen möchte, kann mit einem Handgepäck, das nicht mehr als 55 x 40 x 20 cm misst und nicht mehr als fünf kg wiegt, davon ausgehen, dass der Rollkoffer so wie er ist mit an Bord darf.

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Flüssigkeiten

Verpackungslehre
Sonstiges: Zip-Beutel Flughafen

Vielflieger kennen die Vorgaben sicher schon aus dem Effeff. Wer aber nur ab und an fliegt, vergisst die Bedingungen womöglich schnell wieder, unter denen eben doch Flüssigkeiten mit an Bord dürfen: Getränke, Gesichtswasser, Kontaktlinsenmittel und Co. dürfen nur mitreisen, wenn sie in Einzelbehältnissen verpackt sind, die nicht mehr als 100 ml fassen. Diese Behältnisse wiederum müssen in einen durchsichtigen, fest wiederverschließbaren Plastikbeutel verpackt sein, der nicht mehr als einen Liter Volumen hat. Pro Passagier ist nur ein derartiger Beutel erlaubt, der bei der Sicherheitskontrolle separat vorzuzeigen ist.

  • Flüssigkeiten in 100-ml-Behälter füllen
  • Behälter in durchsichtigen, wiederverschließbaren 1-Liter-Plastikbeutel packen
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Auch noch flüssig genug

Stoffkunde
Sonstiges: Marmelade

Als Flüssigkeit gelten dabei nicht nur Getränke, Suppen und Schönheitswässerchen, sondern auch alles, was mehr oder weniger flüssig ist, sprich: Cremes, Gels, Zahnpasta, Shampoos, Haarspülungen, Lotionen, Öle, Rasierschaum, Haarschaum, -spray, Mascara, flüssiger Lippenstift und Make-up. Doch mit den Produkten aus der Kosmetikabteilung hört der Spaß noch nicht auf, auch halbfeste Waren aus der Lebensmittelabteilung dürfen nur als 100-ml-Portion in die Kabine, zum Beispiel Marmeladen, Joghurt, Honig und Brotaufstrich.

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Von Feilen und Klingen

Erlaubt, aber mit Einschränkung
Flughafen Frankfurt: Röntgenbild - Sicherheitskontrolle© Fraport AG

Generell darf nichts mit an Bord, was eine Waffe ist, einer Waffe ähnelt oder als Waffe dienen kann. Doch handelt es sich um vergleichsweise harmlose Gebrauchsgegenstände, sind die Auflagen zumindest innerhalb der EU gar nicht so streng. Deshalb dürfen Nagelscheren, -feilen und Messer mit ins Handgepäck, sofern die Klinge nicht mehr als sechs cm misst, Papierfeilen sind gänzlich unproblematisch. Ist das Schnitt- und Feilgerät jedoch aus Metall und länger, muss es ins Aufgabegepäck, was übrigens auch für Stricknadeln gilt. Rasierklingen dürfen Passagiere nur mitnehmen, wenn sie in Kunststoff integriert sind. Geht der Flug aber ins nicht-europäische Ausland, wird die Sache wieder wesentlich kniffliger. Dann müssen Fluggäste spitze und scharfe Gegenstände wahlweise zu Hause lassen, ins Aufgabegepäck packen oder sich vorab beim Konsulat des Reiselandes über die dortigen Bestimmungen informieren.

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Elektrogeräte & Co.

Wertvoll und handgepäckskompatibel
Sonstiges: Gepäck - Elektrogeräte

Wertsachen gehören grundsätzlich ins Handgepäck. Nur so gehen Passagiere sicher, dass nicht doch jemand in die Tasche greift und sich an Geldbeutel und Schmuck bereichert. Dasselbe gilt für Elektrogeräte. Denn die sind in der Regel auch nicht ganz billig und zudem relativ empfindlich, was Schläge sowie Stöße angeht. Bei einem schwungvollen Wurf auf das Gepäckband könnten Fotoapparat, Laptop und Tablets durchaus zu Schaden kommen. Umso besser, dass all diese Geräte an Bord erlaubt sind und je nach Airline sogar in einer zusätzlichen Tasche mitfliegen dürfen. Laptops sollten dabei soweit geladen sein, dass man sie bei der Sicherheitskontrolle gegebenenfalls kurz einschalten kann.

Achtung: Smartphones vom Typ Samsung Galaxy Note 7 dürfen nicht mit ins Flugzeug, nicht einmal in den Frachtraum. Die Geräte haben eine Tendenz, sich spontan selbst zu entzünden und sind somit auf Flugreisen brandgefährlich.

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Ausnahmen von der Regel

Babynahrung, Medikamente, Duty-Free-Ware
Flughafen Frankfurt: Duty Free© Fraport AG

Von den Regelungen zu Flüssigkeiten an Bord ausgenommen ist kurz gesagt alles, was ein Passagier braucht, um den Flug aus medizinischer Sicht unbeschadet hinter sich zu bringen. Das gilt für Spezialnahrung zum Beispiel für Babys und Medikamente, die auch nicht in einen gesonderten Beutel gepackt werden müssen. Auch Flüssigkeiten aus dem Duty-Free-Shop dürfen seit 2014 wieder unbeschränkt mit in den Passagierraum. Teilweise packt das Personal an der Kasse diese Produkte noch in spezielle Tüten, die versiegelt bleiben müssen und den Kassenbon sollten Reisende ebenfalls aufheben.

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Gewalt an Bord vermeiden

Streng verboten I: Waffen
Sonstiges: Kind mit Spielzeugpistole

Hier wird die Liste der Verbote vergleichsweise einfach, weil logisch nachvollziehbar: Waffen haben an Bord nichts verloren. Pistolen, Feuerwaffen, Munition, aber auch Nachbildungen und Imitationen von Waffen wie beispielsweise Spielzeugpistolen für Kinder dürfen nicht in den Passagierraum. Dasselbe gilt für alle Messer, scheren und spitze Nagelfeilen und Stricknadeln, die länger als sechs cm sind und natürlich für Rasierklingen, die nicht in Kunststoff gefasst sind. Aber auch neutralisierende oder kampfunfähig machende Objekte wie Elektroschocker dürfen nicht mitfliegen.

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Nicht hauen, schlagen oder stechen

Streng verboten II: Alternativwaffen
Sonstiges: Skier

Aber ein Gegenstand muss nicht gleich eine Waffe sein, um als solche verwendet werden zu können. Deshalb dürfen auch Objekte wie Ski- und Wanderstöcke, Schlittschuhe, Baseball- und Golfschläger, Skateboards und Werkzeug – kurzum, alles was als Schlagwaffe dienen könnte, ist im Handgepäck verboten. Dabei kann auch mal ein gänzlich unbedarft eingepackter Gebrauchsgegenstand noch vor dem Abflug auf der Strecke bleiben, zum Beispiel ein Fahrradschloss, insbesondere, wenn es sich um ein Kettenschloss handelt.

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Explosiv, entflammbar, giftig, radioaktiv, ätzend

Streng verboten III: Chemiebaukasten
Sonstiges: Gefahrensymbole - Chemie

Bei dieser Kategorie verbotener Gegenstände hilft es, wenn man den Chemiker in sich aktiviert. Da es sich bei einem Flugzeug um eine durchaus empfindliches, hochtechnologisches Objekt handelt, dass in etwa 10.000 Metern durch die Lüfte gleitet und mit ordentlich Kerosin betankt ist, darf nichts mitfliegen, was leicht brennt oder explodiert, radioaktiv, ätzend, toxisch oder ansteckend ist. Und ja, beim Silvesterflug nach New York müssen Passagiere ihre Feuerwerkskörper in den USA kaufen, in den Flieger dürfen sie jedenfalls nicht.

10

Keinen Druck machen

Streng verboten IV: Batterien, Pfefferspray & Co.
Sonstiges: Batterien

Zum Schluss noch ein paar Nachzügler in Sachen gefährliche Gegenstände. Auch Batterien, Pfefferspray und Druckbehälter sind im Flugzeug fehl am Platz. Allerdings geht es dabei nicht um die klassischen AA-Mignonzellen für Fernbedienungen und Ähnliches, sondern vielmehr um Nass- und Säurebatterien wie sie zum Beispiel in Autos verwendet werden. Warum Bordpersonal und andere Passagiere eventuelle Pfeffersprayattacken oder -unfälle in der Kabine lieber vermeiden möchten, ist allein aus lüftungstechnischen Gründen einsichtig. Dasselbe gilt für Druckbehälter, weil selbst ohne böses Zutun: Was wenn ein derartiger Gegenstand die Schwankungen im Luftdruck an Bord nicht gut aushält und plötzlich katapultartig durch die Gegend schießt? Genau, eher ungünstig, deshalb müssen diese Behälter auch draußen bleiben.

Hinweis: CHECK24 übernimmt keine Garantie für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Die Inhalte unserer Artikel sind sorgfältig und nach bestem Wissen ausgesucht und zusammengestellt. Sie dienen als Inspiration für unsere Leser und stellen Empfehlungen der Redaktion dar.

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Über den Autor

Julia Wöhrle

„Mich brennt's in meinem Reiseschuh“ habe ich schon als Kind bei den mir unliebsamen Wanderurlauben in den Alpen geträllert. Inzwischen entscheide ich selbst, wo die Reise hingeht: Mal nach Island, mal nach Belize, aber dann war es doch immer wieder Spanien und ganz besonders oft und gerne Sevilla. Meine Begeisterung für fremde Länder, Menschen, Sitten und Gerichte fließt immer auch in meine Blogartikel ein.