Flughafen Mailand-Malpensa soll nach Silvio Berlusconi benannt werden

Der internationale Flughafen Mailand-Malpensa soll zu Ehren des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi umbenannt werden. Diese Entscheidung wurde von Verkehrsminister Matteo Salvini bekanntgegeben, stößt jedoch auf Widerstand des Bürgermeisters von Mailand. Die Umbenennung soll die Verdienste Berlusconis für Italien und insbesondere für die Region Lombardei würdigen, erntet aber auch viel Kritik.
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Mailand widmet den Namen des Flughafens Malpensa wohl bald dem verstorbenen Politiker Silvio Berlusconi.

Der Beschluss der italienischen Luftfahrtbehörde Enac, den Flughafen in „Aeroporto Silvio Berlusconi" umzubenennen, hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Mailands Bürgermeister Beppe Sala lehnt nach einem Bericht der Tagesschau die Umbenennung ab und verweist auf eine Regelung, wonach öffentliche Gebäude erst zehn Jahre nach dem Tod einer Person deren Namen tragen dürfen. Berlusconi, der 1936 in Mailand geboren wurde und im Juni 2023 verstarb, erfüllt diese Bedingung noch nicht, was den Konflikt verschärft.


Berlusconis umstrittenes Erbe

Mehr noch als die zeitliche Formalie liefert Silvio Berlusconis Rolle als polarisierende Figur in der italienischen Politik Zündstoff. Trotz zahlreicher Skandale und Affären, die seine Karriere begleiteten, war er viermal Ministerpräsident und prägte Italiens Entwicklung über mehrere Jahrzehnte. Die Diskussion um die Umbenennung des Flughafens verdeutlicht die gespaltenen Meinungen über sein Erbe und die Art und Weise, wie sein Andenken gewahrt werden soll.


Bedeutung des Flughafens Malpensa


Der Flughafen Mailand-Malpensa ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Italien, was der Namensdiskussion zusätzliches Gewicht verleiht. Gemessen am Passagieraufkommen nimmt Malpensa die zweite Stelle hinter Rom-Fiumicino ein, im Jahr 2023 wurden über 26 Millionen Fluggäste abgefertigt. Ob sich der Name „Aeroporto Silvio Berlusconi" im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.