Hurrikan Beryl bedroht nun Jamaika: Flughäfen geschlossen

In der Karibik hat Rekord-Hurrikan Beryl schwere Schäden angerichtet und sechs Menschen das Leben gekostet. Der zwischenzeitlich zur höchsten Kategorie 5 heraufgestufte Sturm hat sich zwar wieder auf Stufe 4 abgeschwächt, bewegt sich jedoch noch immer mit Wucht über das karibische Meer. Am Mittwoch wird Beryl aller Voraussicht nach in Jamaika erneut auf Land treffen.
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Hurrikan Beryl bewegt sich auf Jamaika zu. © Windy.com
Das Hurrikan-Warnzentrum NHC rechnet damit, dass Beryl Jamaika entweder komplett treffen oder zumindest sehr nah an der Insel vorüberziehen wird. Vorsorglich haben die Flughäfen von Kingston und Montego Bay in der Nacht ihren Betrieb eingestellt, derzeit sind bis 13 Uhr Ortszeit alle Ankünfte und Abflüge abgesagt. Die Bewohner und Bewohnerinnen wurden von den Behörden dazu aufgerufen, sich mit Nahrungsvorräten und Trinkwasser zu versorgen. Im weiteren Verlauf könnte sich Beryl am Donnerstag den Kaimaninseln und der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán nähern, später auch der Dominikanischen Republik und Haiti.
 
Schäden auf anderen Inseln
 
Im Südosten der karibischen Region wütete der Hurrikan bereits seit Montag, dort wurden Dächer abgedeckt und Palmen sowie Strommasten umgeknickt. Zahlreiche Straßen sind blockiert, die Energieversorgung ist vielerorts eingeschränkt oder ausgefallen. Besonders schlimm traf es die kleine Insel Carriacou, welche zu Grenada gehört. Dort sind laut Ministerpräsident Dickon Mitchell fast alle Wohngebäude zerstört worden, aktuell ist die Insel praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Auf Barbados und Martinique wurden Überschwemmungen sowie Schäden an Booten gemeldet, beide Inselstaaten scheinen jedoch glimpflich davongekommen zu sein.
 
Rekord-Hurrikan Beryl
 
Binnen nur 24 Stunden hatte sich Beryl vom einfachen Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt, der früheste im Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Als Grund geben Meteorologinnen und Meteorologen die derzeit ungewöhnlich hohe Wassertemperatur des Atlantiks an, welche dem Sturmtief bereits vor dem Eintreffen in den warmen karibischen Gewässern viel Kraft gab. Die Hurrikansaison in der Karibik beginnt zwar schon im Juni und erstreckt sich bis Ende November, die stärksten Stürme treten jedoch meist erst ab Mitte August und nicht länger als bis Mitte Oktober auf.