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Lufthansa setzt Maskenpflicht nicht mehr durch

München, 30.05.2022 | 09:42 | twi

Der deutsche Flagcarrier Lufthansa hat entschieden, die Maskenpflicht an Bord seiner Flugzeuge nicht länger durch die Crew durchsetzen zu lassen. Begründet wurde dieser Schritt mit Sicherheitsbedenken, da es immer wieder Konflikte mit Reisenden gegeben habe. Dennoch gilt nach wie vor die gesetzliche Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.

Lufthansa Boeing 747 im Flug Die Lufthansa setzt die Maskenpflicht auf ihren Flügen nicht mehr durch. © Lufthansa Group
Die Risikobewertung des Unternehmens kam zu dem Schluss, dass es ein größeres Sicherheitsrisiko sei, die Crew an Bord die Maskenpflicht durchsetzen zu lassen, als Passagierinnen und Passagiere ohne Maske zu tolerieren. In der Vergangenheit habe es immer wieder Eskalationen zwischen Reisenden und Crewmitgliedern gegeben, die die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes umsetzen wollten. Begründet wurden die Konflikte von der Lufthansa mit weitreichenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Alltag und dem Wegfall der Maskenpflicht in den deutschen Nachbarstaaten. Zudem hatten die europäische Luftsicherheitsagentur EASA sowie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC bereits vor rund zwei Wochen die Empfehlung zum Masketragen auf Flügen aufgehoben.
 
Gesetzliche Pflicht bleibt bestehen
 
Dass die Lufthansa die Maskenpflicht an Bord ihrer Maschinen nicht länger durchsetzen will, bedeutet jedoch nicht, dass Reisende generell von dieser Pflicht befreit sind. Laut Infektionsschutzgesetz gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Verkehrsmitteln, also auch in Flugzeugen, vorerst noch bis zum 23. September. Die Airline will ihre Fluggäste auch weiterhin auf die gesetzliche Pflicht zum Tragen einer FFP2- oder OP-Maske auf Flügen von und nach Deutschland hinweisen. An Bord habe zudem die Kapitänin oder der Kapitän die Befugnis, zu entscheiden, ob die Maskenpflicht durchgesetzt werden soll oder nicht. Laut Gesetz gilt die Maskenpflicht nicht nur an Bord, sondern auch beim Boarding sowie beim Verlassen des Flugzeugs. Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann, muss der Airline gemeinsam mit einem ärztlichen Attest einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen.
 
Kritik an Maskenpflicht
 
Die Lufthansa hatte sich in den vergangenen Wochen und verstärkt nach der Entscheidung von der EASA sowie der ECDC immer wieder kritisch zur Maskenpflicht auf Flügen geäußert. Von der Airline werden einheitlichere Regelungen gefordert. Darüber hinaus sei das Ansteckungsrisiko auf Flügen laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft durch die fortschrittlichen Lüftungssysteme und HEPA-Filter deutlich geringer als in anderen Bereichen. Auch Verkehrsminister Volker Wissing schloss sich der Forderung nach mehr Einheitlichkeit an. Das Gesundheitsministerium will hingegen noch an der Maskenpflicht auf Flügen festhalten.

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