Sie sind hier:

SAS: Streik der Piloten findet doch statt

München, 05.07.2022 | 09:39 | soe

Die Piloten und Pilotinnen der skandinavischen Fluggesellschaft SAS sind in den Streik getreten. Die Protestaktion soll mindestens bis zum 9. Juli andauern und wird täglich bis zu 30.000 Fluggäste betreffen, rund die Hälfte der Linienflüge wird gestrichen. Der Streik sollte ursprünglich bereits ab dem 29. Juni stattfinden, wurde nach weiteren Verhandlungen jedoch mehrfach verschoben.

SAS Scandinavian Airlines Airbus Die Piloten und Pilotinnen der skandinavischen Airline SAS streiken noch bis mindestens zum 9. Juli. © SAS Group
Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnten sich die Konfliktparteien ohne weitere Arbeitskampfmaßnahmen einigen, am 4. Juli scheiterte jedoch das jüngste Schlichtungsgespräch. In der Folge rief die Pilotengewerkschaft ihre Mitglieder zum Streik auf, an dem sich nach Angaben des Kriseninformationsdienstes A3M mindestens 900 Flugkapitäne und -kapitäninnen beteiligen wollen. Begonnen hat die Aktion offiziell bereits am gestrigen Montag, ein konkretes Ende wurde bislang noch nicht angekündigt. Medienberichten zufolge soll der Ausstand jedoch wenigstens bis zum 9. Juli andauern.
 
30.000 Fluggäste täglich betroffen
 
Durch den Streik entfallen nach Angaben von SAS pro Tag rund die Hälfte aller angesetzten Verbindungen, dabei handelt es sich um etwa 250 Flüge. Die Zahl der täglich in ihren Reiseplänen beeinträchtigten Passagiere und Passagierinnen beläuft sich auf etwa 30.000. SAS kritisierte den nun doch stattfindenden Streik als zum jetzigen Zeitpunkt verheerend und eine Gefahr für die Zukunft des Unternehmens. An einer Lösung für die von Flugausfällen und Verspätungen betroffenen Reisegäste werde seitens der Airline hart gearbeitet, die Kommunikation erfolge per SMS und E-Mail. Die von SAS Link, SAS Connect sowie externen Partnern der Fluggesellschaft durchgeführten Flüge seien von dem Streik nicht betroffen.
 
Hintergrund des Streiks
 
Seit mehreren Wochen laufen Verhandlungen zwischen den Pilotengewerkschaften und der in Stockholm ansässigen Airline, die auch mehrere deutsche Flughäfen mit den skandinavischen Hauptstädten verbindet. Zankapfel ist die Ausarbeitung eines neuen Tarifvertrags für die schwedischen, norwegischen und dänischen Cockpit-Crews. Seitens der Arbeitnehmervertretung wird das Sparprogramm der finanziell angeschlagenen SAS kritisiert. Zudem steht der Vorwurf im Raum, während der Pandemie fast die Hälfte der Pilotinnen und Pilotinnen mit einer Vereinbarung über die Wiedereinstellung entlassen und sich anschließend nicht an diese gehalten zu haben.

Weitere Nachrichten über Flug

16.08.2022

Eurowings Discover: Möglicher Streik bei Lufthansa-Tochter droht

Die Lufthansa-Tochter Eurowings Discover ist möglicherweise bald von einem Streik bedroht. Die Gewerkschaft UFO fordert neue Tarifverhandlungen und droht mit weiteren Schritten.

15.08.2022

Mehr Spanien-Flüge: Ryanair verbindet Nürnberg mit Sevilla

Im kommenden Winter haben Reisende ab Nürnberg eine besonders große Auswahl an Flugzielen in Spanien. Ryanair nimmt das andalusische Sevilla neu ins Programm.

15.08.2022

Flughafen Amsterdam Schiphol entschädigt für verpasste Flüge

Der Flughafen Schiphol hat vor, Passagiere und Passagierinnen für verpasste Flüge zu entschädigen, die sie aufgrund langer Wartezeiten nicht erreicht haben. Hierfür ist ein Antrag an den Airport zu stellen.

12.08.2022

Portugal: Flughafen-Streik vom 26. bis 28. August statt eine Woche früher

In Portugal wurde der landesweite Flughafenstreik vom 19. bis 21. August abgesagt. Nun hat eine der Gewerkschaften jedoch eine Woche später zu einem anderen Ausstand aufgerufen.

10.08.2022

Flughafen München: Streik am 10. August

Am Flughafen München wurde für den 10. August ein Warnstreik angekündigt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Swissport zum Arbeitsausstand aufgerufen.

09.08.2022

Island: Vulkanausbruch soll Flugverkehr nicht gefährden

In Island kommt es am Vulkan Fagradalsfjall seit der vergangenen Woche immer wieder zu Eruptionen. Ein neues Flugchaos durch Asche wie im Jahr 2010 soll aber nicht drohen.