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Spanien: Streik bei Ryanair im Juni und Juli angekündigt

München, 13.06.2022 | 15:39 | soe

In Spanien sind die Beschäftigten von Ryanair in der Haupt-Reisesaison für sechs Tage zum Streik aufgerufen. Vom 24. bis zum 26. Juni sowie vom 30. Juni bis 2. Juli soll das Kabinenpersonal auf Initiative von zwei Flugbegleitergewerkschaften die Arbeit niederlegen, damit träfe der Ausstand viele Urlauber und Urlauberinnen. Die Auswirkungen können sich auf den Flugverkehr in ganz Europa erstrecken.

Flugzeug-Landeanflug-Abend Für Ende Juni und Anfang Juli ist das Kabinenpersonal von Ryanair in Spanien zum Streik aufgerufen.
Wie unter anderem das Nachrichtennetzwerk Bloomberg berichtet, kam die Streikankündigung kurz nach dem Abbruch der aktuellen Tarifgespräche zwischen Ryanair und den spanischen Gewerkschaften USO sowie SITCPLA. Sprecher der Arbeitnehmerorganisationen gaben die Pläne für den Arbeitsausstand am 13. Juni in Madrid bekannt, nachdem die Airline knapp eine Woche zuvor den Verhandlungstisch verlassen hatte. USO und SITCPLA haben sich außerdem nach eigener Aussage mit weiteren Gewerkschaften in Belgien, Frankreich, Italien und Portugal abgestimmt, um gegebenenfalls europaweit koordinierte Protestmaßnahmen zu veranstalten.
 
Mallorca-Reisende betroffen
 
Die Streiktage sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Zunächst soll die erste Phase des Arbeitsausstandes über das Wochenende des 24., 25. und 26. Juni stattfinden, die zweite Phase beginnt in der darauffolgenden Woche am Donnerstag, 30. Juni, und dauert bis zum 2. Juli an. Welche Verbindungen konkret von Verspätungen oder Flugstreichungen betroffen sein werden, steht aktuell noch nicht fest. Findet der Streik jedoch tatsächlich statt, könnten nach einem Bericht der Mallorcazeitung beispielsweise auch Flüge von und nach Mallorca beeinträchtigt werden. Ryanair verbindet die Baleareninsel unter anderem mit Berlin, Köln/Bonn, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Memmingen, Münster und Nürnberg.
 
Vorwürfe an den Günstigflieger
 
Als Gründe für die Arbeitskampfmaßnahme geben die verantwortlichen Gewerkschaften unter anderem unregelmäßig ausgezahlte Gehälter und die Nichteinhaltung des spanischen Arbeitsrechts an. Dieses schreibt mindestens 22 Urlaubstage pro Jahr für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor, die Ryanair nach Aussage der Arbeitnehmervertreter jedoch verweigert. Die Airline im Gegenzug begründet den Abbruch der Tarifgespräche mit unrealistischen Forderungen von USO und SITCPLA. Mit Spaniens größter Gewerkschaft CCOO sei bereits eine Tarifvereinbarung getroffen worden, die Verbesserungen für das in Spanien ansässige Kabinenpersonal erzielt. Ryanair rechnet nicht damit, dass die von den beiden kleineren Organisationen ausgerufenen Streiks Unterstützung bei den Beschäftigten finden werden.

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