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Streik bei Brussels Airlines ab 23. Juni

München, 22.06.2022 | 13:29 | soe

In Belgien droht der nächste Streik im Luftverkehr. Vom 23. bis zum 25. Juni wollen die Pilotinnen und Piloten sowie die Kabinencrews von Brussels Airlines die Arbeit niederlegen, um gegen die zu hohe Belastung zu protestieren. Laut Airline sollen mindestens 315 Flüge entfallen. Der Streik fällt mit dem am Wochenende stattfindenden EU-Gipfel in Brüssel zusammen.

Reisende vor Anzeigetafel Flughafen Durch einen Streik vom 23. bis zum 25. Juni muss Brussels Airlines viele Verbindungen streichen.
Brussels Airlines gibt auf ihrer Homepage bekannt, dass von den 533 Flugverbindungen, die für die drei Tage geplant waren, der Großteil gestrichen wird. Um den Passagierinnen und Passagieren bereits frühzeitig Planungssicherheit zu geben, wurden bereits am letzten Sonntag rund 60 Prozent der Flüge des nächsten Wochenendes storniert. Unter diesen 315 Verbindungen sind 38 Langstreckenflüge, insgesamt müssen 40.000 Fluggäste ihre Reise umplanen. Rund 40 Prozent der Agenda soll nach aktuellem Stand an den Streiktagen aufrechterhalten werden.
 
Streik zum Beginn der Sommerferien
 
Der Streik bei Brussels findet zeitgleich mit dem EU-Gipfel in Brüssel statt, bei dem sich Staats- und Regierungschefs am Wochenende in der belgischen Hauptstadt treffen wollen. Zudem beginnen an diesem Wochenende in Belgien die Sommerferien. Brussels bemüht sich nach eigenen Angaben, so viele Passagiere und Passagierinnen wie möglich auf alternativen Wegen an ihr jeweiliges Ziel zu bringen. So sollen Umbuchungen innerhalb und außerhalb der Lufthansa-Gruppe erfolgen, außerdem werden auf den verbleibenden Verbindungen größere Maschinen eingesetzt. Drei Airbus A330-Langstreckenflugzeuge werden beispielsweise die Fluggäste nach Nizza und Rom aufnehmen. Die Airline verfolgt die aktuelle Situation und will betroffene Passagiere und Passagierinnen so rasch wie möglich informieren.
 
Vorwurf zu hoher Arbeitsbelastung
 
Die verantwortliche Gewerkschaft ACV Puls wirft Brussels Airlines vor, während der Corona-Pandemie Mitarbeitende entlassen und die Stellen beim Wiederaufschwung des Luftverkehrs nicht angemessen neu besetzt zu haben. Dadurch sei inzwischen der Arbeitsdruck der Besatzung sehr hoch, mitunter summierten sich die Flüge nach Angaben der Arbeitnehmervertreter auf 18 Einsätze in fünf Tagen. Durch Übermüdung könnten jedoch Sicherheitsrisiken entstehen. Brussels betonte in einer Mitteilung, weiterhin zu Verhandlungsgesprächen mit den Gewerkschaften bereit zu sein.

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