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Streik an mehreren Flughäfen: Flugausfälle am 14. und 15. März

München, 14.03.2022 | 09:24 | soe

Am 14. und 15. März müssen sich Flugreisende in Deutschland auf massive Einschränkungen sowie Flugausfälle einstellen. An inzwischen elf deutschen Flughäfen hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Passagierkontrollen zu Streiks aufgerufen, weshalb bereits vorab hunderte Flüge gestrichen wurden. Betroffen waren seit Montagmorgen die Airports Düsseldorf, Köln/Bonn, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig, später kamen Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden und München hinzu.

Flughafen_allgemein Am 14. und 15. März bleiben aufgrund eines Streiks an mehreren deutschen Flughäfen viele Flieger am Boden.
Update vom 14. März 2022, 13:20 Uhr

Im Laufe des Vormittags wurde der zunächst für sechs Flughäfen in Deutschland geltende Streikaufruf ab morgen auf vier weitere ausgeweitet. So werden nun auch die Passagierkontrollen in Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden sowie am größten deutschen Airport Frankfurt am Main am 15. März bestreikt. An letzterem sollen lediglich Transitpassagiere und -passagierinnen abgefertigt werden, alle übrigen Fluggäste wurden durch die Betreibergesellschaft dazu aufgerufen, nicht zum Flughafen anzureisen. Wie der Informationsdienst A3M am Montagmittag berichtet, wurde zuletzt auch der Flughafen München zu den bestreikten Airports hinzugefügt. Dort sollen die Beschäftigten ab heute um 14 Uhr die Arbeit niederlegen und auch über den gesamten Dienstag ruhen lassen, erst am 16. März um 0:01 Uhr endet der Streikaufruf der Gewerkschaft.

Originalmeldung vom 14. März 2022, 9:24 Uhr


Angekündigt wurde der Warnstreik mit nur einem Tag Vorlauf am Sonntag, nach dem Aufruf von Verdi sollen die Ausstände den Großteil des Montags andauern. Da jeweils die Sicherheitskontrollstellen für Passagiere und Passagierinnen betroffen sind, muss mit erheblichen Störungen des Reiseverkehrs gerechnet werden. Am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg steht die Arbeit an den Security Checks seit 4 Uhr am Morgen still und soll erst um 0:01 Uhr am Dienstag wiederaufgenommen werden, in Düsseldorf begann der Streik bereits eine Stunde früher und dauert ebenfalls bis Mitternacht.
 
Zahlreiche Flüge gestrichen
 
Bereits am Tag des Bekanntwerdens der Streikpläne haben viele Airlines mit vorsorglichen Flugstreichungen für den 14. März reagiert. Am Airport Köln/Bonn fallen heute mindestens 94 Verbindungen aus, darunter 59 Starts und 35 Landungen. Somit kann der größte Teil der eigentlich für den heutigen Montag angesetzten 136 Flugbewegungen des Standorts nicht stattfinden. Weitere Ausfälle sowie Verspätungen bei den verbliebenen Flügen können nicht ausgeschlossen werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Düsseldorf: Dort entfallen heute mindestens 160 der rund 290 geplanten Abflüge und Ankünfte. Nach Informationen des Flughafens kam es am Terminal bereits am Morgen zu längeren Wartezeiten, viele betroffene Passagiere und Passagierinnen seien jedoch gar nicht erst angereist.
 
Hintergrund des Streiks
 
Mit sechs betroffenen Flughäfen handelt es sich heute um den bislang massivsten Streiktag des aktuellen Tarifkonflikts zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft wiederholt kurzfristig zu Streiks an einzelnen Airports aufgerufen. Nach derzeit drei Verhandlungsrunden konnte noch immer keine Einigung zwischen beiden Parteien erzielt werden, Verdi hatte das zuletzt unterbreitete Angebot des Arbeitgeberverbandes als unzureichend abgelehnt. Gefordert werden seitens der Arbeitnehmerseite eine Erhöhung der Stundenlöhne, eine bundesweit einheitliche Bezahlung und die Abschaffung der niedrigen Bezahlung beim Berufseinstig der Sicherheitskräfte.

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