Streik der Piloten bei skandinavischer Airline SAS

Die Streikmeldungen in Europa reißen nicht ab. Ab dem 29. Juni wollen die Piloten und Pilotinnen der skandinavischen Fluggesellschaft SAS in den Streik treten, nachdem Verhandlungsgespräche zwischen Pilotenvereinigungen und der Airline gescheitert waren. Dadurch drohen auch für Fluggäste aus Deutschland Einschränkungen, wenn sie nach Norwegen, Schweden oder Dänemark fliegen möchten.
Mitten in der Urlaubszeit müssen sich Passagierinnen und Passagiere von SAS möglicherweise auf Probleme einstellen. Vom 29. Juni an wollen die Flugkapitäne und -kapitäninnen von SAS streiken, ein konkretes Enddatum wurde bisher noch nicht bekanntgegeben. Der letzte Pilotenstreik bei der Airline fand im Jahr 2019 statt und war erst nach sieben Tagen beendet, damals trafen die Auswirkungen rund 360.000 Fluggäste. Findet der Arbeitsausstand wie geplant statt, müssen auch Reisende aus Deutschland mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen. SAS operiert an den deutschen Airports in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart und Hannover und verbindet diese mit den skandinavischen Metropolen Oslo, Stockholm, Kopenhagen.
 
Stockende Verhandlungen seit acht Monaten
 
Bereits seit November 2021 gab es Verhandlungsgespräche zwischen den Pilotenverbänden und SAS, bislang ohne Ergebnis. Am 31. März liefen die vorherigen Tarifverträge schließlich ohne neue Vereinbarungen aus. Der schwedische Pilotenverband wirft der Fluggesellschaft vor, während der Corona-Pandemie fast die Hälfte der Kapitäne und Kapitäninnen mit dem Recht auf Wiedereinstellung entlassen, anschließend dieses aber durch rechtliche Schlupflöcher nicht eingehalten zu haben. Die Airline hingegen bezeichnete die Streikankündigung als Zeichen für einen Mangel an Verständnis für die Lage, in der sich SAS nach den finanziellen Verlusten durch COVID-19 befindet.
 
Rat an Reisende
 
Noch ist nicht ausgeschlossen, dass sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite noch vor dem Streiktermin wieder annähern und die Arbeitskampfmaßnahme abgesagt wird. Wird der Streik jedoch stattfinden, sollten Fluggäste mit gebuchten Verbindungen bei SAS am 29. Juni und den darauffolgenden Tagen vor der Anreise zum Flughafen den Status ihrer Verbindung überprüfen. Oftmals kann es auch vor und nach den eigentlichen Streikzeiten aus logistischen Gründen zu Einschränkungen kommen. Pro Tag könnten circa 250 Flüge und 45.000 Passagierinnen und Passagiere betroffen sein.