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Turkish Airlines soll umbenannt werden

München, 16.06.2022 | 14:09 | twi

Nachdem die Türkei international seit etwa zwei Wochen offiziell unter dem Namen „Türkiye“ firmiert, hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Umbenennung von Turkish Airlines angeordnet. Die Fluggesellschaft soll künftig auch auf internationalen Flügen unter ihrem türkischen Namen „Türk Hava Yollari“ Reisende befördern. Die Umbenennung stellt die Airline jedoch vor massive Herausforderungen.

Flugzeug Turkish Airlines Turkish Airlines soll auch international unter dem Namen Türk Hava Yollari auftreten. © Turkish Airlines
Die Ankündigung, dass Turkish Airlines umbenannt werden soll, hatte der türkische Staatspräsident auf einer Veranstaltung am Dienstag gemacht. Dort sprach Erdoğan noch von einer Umbenennung in „Türkiye Hava Yollari“, am Mittwoch korrigierte er diese Aussage, die wahrscheinlich auf einen Versprecher zurückzuführen war. Der türkische Flagcarrier soll seine internationalen Flüge unter dem Namen „Türk Hava Yollari“, wie die Fluggesellschaft auch offiziell heißt, durchführen. Der neue Name der Airline, den sie bereits zwischen 1956 und 1990 trug, kann als „Türkische Fluggesellschaften“ übersetzt werden. Seit 1990 wurde die Airline am internationalen Markt jedoch als Turkish Airlines aufgebaut und hat sich seitdem als eine der größten Fluggesellschaften weltweit etabliert. 

Herausforderung für die Fluggesellschaft

Die geplante Umbenennung stellt für die Airline eine große Herausforderung dar. Auf allen Flugzeugen sowie in den offiziellen Kommunikationskanälen wird ausschließlich der Name Turkish Airlines genutzt. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland wird das Rebranding das Unternehmen einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Die 363 Flugzeuge der Airline müssten umlackiert werden, die Flughafenschalter und Lounges benötigen eine Überarbeitung und auch neue Werbeanzeigen und -spots wären nötig. Zudem sind vor allem die internationalen Fluggäste von Turkish Airlines den englischen Namen gewöhnt. Es ist demzufolge denkbar, dass sich das Management der Fluggesellschaft an die türkische Regierung wendet, um einen Kompromiss zu verhandeln. Der türkische Staat ist jedoch mit knapp über 49 Prozent der Firmenanteile der größte Aktionär von Turkish Airlines.

Teil einer politischen Kampagne Erdoğans

Das Rebranding der Airline wird als Teil einer politischen Kampagne Erdoğans gesehen, die unter anderem die Umbenennung der Türkei im Sprachgebrauch internationaler Gremien vorsieht. Seit zwei Wochen wird die Türkei im offiziellen Sprachgebrauch von Organisationen wie UN oder NATO nicht länger „Turkey“ genannt, sondern firmiert unter dem Namen „Türkiye“. Der alte englische Begriff war in der türkischen Regierung aufgrund der Doppeldeutigkeit mit dem englischen Wort für Truthahn äußerst unbeliebt gewesen. 

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