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Darwin Airline: Nächste Fluggesellschaft in finanzieller Schieflage

München, 18.10.2017 | 11:19 | hze

Die Krise in der Luftfahrtbranche greift weiter um sich. Medienberichten zufolge steckt nun auch Darwin Airline in finanziellen Nöten. Wie der Aerotelegraph am Dienstag berichtet, ist der Flugbetrieb möglicherweise nur noch bis Ende des Jahres gesichert. Eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie sowie die Verkleinerung der Flotte und des Personal sollen das Aus abwenden.

Adria Airways Darwin Airways Genf Die Maschinen von Darwin Airline werden künftig wohl nur noch im Wet-Lease für Adria Airways unterwegs sein. © Genève Aéroport
So wird Darwin Airline dem Bericht zufolge erst kürzlich aufgenommene Strecken nach Genf und Rom bald wieder einstellen. Zudem will die Gesellschaft vier ihrer sechs Saab 2000 Flugzeuge zum Jahreswechsel vorzeitig an das Leasingunternehmen zurückgeben und auch die Basis in Rom- Fiumicino schließen. Des Weiteren soll offenbar rund 20 von insgesamt 80 Mitarbeitern bis Ende des Monats gekündigt werden. Darwin, die früher unter Etihad Regional und aktuell als Adria Airways Switzerland firmieren, könnte dadurch komplett aus dem Liniengeschäft verschwinden. Der seit Juli 2017 neue Eigentümer 4 K Invest plant daher offenbar eine strategische Neuausrichtung. Demnach soll die Airline künftig ausschließlich Charter- und Wet-Lease-Aufträge von Adria Airways und anderen Fluggesellschaften übernehmen.

In schweizerischen Medien gibt der Darwin-Geschäftsführer Klaus Patzer die Insolvenzen von Alitalia und Air Berlin als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage seiner Gesellschaft an. Beide waren für Darwin Airline die wohl wichtigsten Wet-Lease-Kunden. Nach großen Teilen von Air Berlin könnte die Lufthansa auch Alitalia übernehmen. Zumindest verhandelt die Airline laut eigenen Angaben über den Kauf von Teilen des weltweiten Netzverkehrs sowie des europäischen und inneritalienischen Punkt-zu-Punkt-Verkehrs. Eine komplette Übernahme kommt für die Kranichairline auch hier – wie bereits bei Air Berlin – nicht infrage. Auch Easyjet hat Interesse an Teilen der italienischen Airline angemeldet. Zudem soll es fünf weitere, bisher nicht genannte Bieter geben.

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