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Frankreich: Streik der Fluglotsen in den Pfingstferien

München, 11.05.2018 | 09:35 | hze

Die Welle an Streiks in Frankreich reißt nicht ab. Nachdem das Air-France-Personal am Freitag weiteren Ausständen vorerst eine Absage erteile, hat die größte Gewerkschaft für die zivile Luftfahrt Frankreichs USAC-CGT die Fluglotsen am 22. Mai zu landesweiten Streiks aufgerufen. Da dadurch auch Überflüge stark eingeschränkt werden, sind Airlines europaweit zu Flugplananpassungen gezwungen. Reisende müssen daher auch vor und nach dem Streiktag mit massiven Verspätungen und Annullierungen rechnen.

Tower am Münchener Flughafen

Die Fluglotsen in Frankreich wollen am 22. Mai streiken. Es drohen europaweit massive Flugausfälle und Verspätungen. (Symbolfoto) © DFS

In ihrem Aufruf fordert die USAC-CGT die Lotsen auf, bereits in der Nacht zum 22. Mai die Arbeit niederzulegen und auch in der Nacht zum 23. Mai den Streik fortzusetzen. Durch den Ausstand droht nicht nur Frankreich im Verkehrschaos zu versinken. Da die Luftraumsicherung auch für Überflüge – etwa von Deutschland nach Spanien oder Portugal – nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht, ist auch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus mit massiven Verspätungen und Flugausfällen zu rechnen. Dadurch drohen auch an den Tagen vor und nach dem Streik – mitten in den Pfingstferien – weitere Probleme.

Per Gesetz sind Airlines innerhalb der EU nämlich dazu verpflichtet, auf absehbare Probleme – wie angekündigte Streiks – zu reagieren und den Flugplan so anzupassen, dass der Betriebsablauf möglichst störungsfrei gewährleistet ist. So müssen etwa die Crews, die nicht am Streik teilnehmen, neu auf wichtige Verbindungen verteilt werden. Damit sich diese jedoch nicht auf einem Interkontinentalflug im Ausland befinden oder ihre maximalen Arbeitsstunden erreicht haben, werden bereits an den Tagen vor dem Streik die Flugpläne massiv umgebaut. Reisenden mit Flugtickets rund um den 22. Mai wird daher empfohlen, sich bei der Airline über den Status ihres Fluges zu informieren und gegebenenfalls umzubuchen.

Der Streik der Fluglotsen ist Teil landesweiter Proteste gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron. Laut einem Bericht von Spiegel Online lenkt der Staatschef das Land seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr wie der Manager eines Unternehmens und trimmt dieses auf Wettbewerbsfähigkeit. So höhlte der Präsident unter anderem den Kündigungsschutz aus und senkte die Unternehmenssteuern. Konzerne wie Air-France-KLM fuhren dadurch Rekordgewinne ein, während die Angestellten seit Jahren auf Lohnerhöhungen verzichten. Als Reaktion überzogen die Mitarbeiter Air France mit einer 15-tägigen Streikwelle, als deren Folge Konzern-Chef Jean-Marc Janaillac für den 15. Mai seinen Rücktritt angekündigt hat.

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