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Ferienflieger Azur Air Deutschland stellt Betrieb ein

München, 26.09.2018 | 16:48 | hze

Erneut muss eine heimische Fluggesellschaft die Segel streichen. So berichten unter anderem die Branchendienste Airliners und Aero Telegraph davon, dass die Chartergesellschaft Azur Air Deutschland mit sofortiger Wirkung den Betrieb einstellt. Den Portalen liegt demnach ein offizielles Schreiben vor, in dem die Geschäftsführung vor allem Flugunregelmäßigkeiten für die finanzielle Schieflage der Airline verantwortlich macht.

Azur Air Berlin Schoenefeld Charterflieger Azur Air hat am 26. September den Flugbetrieb offiziell komplett eingestellt. © G. Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg
Hauptkunde von Azur Air war den Berichten zufolge der Pauschalreiseveranstalter Anex Tour. Dieser kümmert sich bereits aktiv darum, betroffenen Kunden eine Ersatzbeförderung mit anderen Partnerairlines zu organisieren. Viele Reisende dürften ohnehin nicht mehr betroffen sein, denn Azur Air fliegt schon seit mehreren Wochen nicht mehr selbst, sondern hat Aufträge per Subcharter an Onur Air weitergegeben. Hier finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Lage von Azur Air.

Von ihren ehemals vier Flugzeugen hatte Azur Air Deutschland die drei größeren Boeing 767 bereits bis Juli 2018 ausgeflottet, da die große Langstreckenmaschine nicht mehr ins Geschäftsmodell passe. Seit Anfang September stand nun auch die verbliebende Boeing 737 am Airport von Antalya am Boden. Der Flugbetrieb bei Azur Air ruht also bereits seit einigen Wochen. In einem Schreiben vom Dienstag verkündete die Geschäftsführung allen Mitarbeitern das endgültige Aus sowie die Abwicklung der Azurair GmbH und kündigte dem Personal zum Ende des Monats.

Als einen der Gründe für die finanzielle Schieflage benannte die Geschäftsführung massive Verspätungen im Sommer und die daraus resultierenden Entschädigungszahlungen, die sich laut Berechnung des Fluggastrechteportals EU Claim auf fast 3,6 Millionen Euro belaufen. Ähnliche Argumente führte auch der Ferienflieger Small Planet Deutschland an, der am 18. September beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie eingereicht hat. Anders als bei Azur Air läuft hier der Flugbetrieb jedoch zunächst weiter.

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