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Ferienflieger Small Planet Deutschland ist insolvent

München, 19.09.2018 | 13:47 | hze

Erneut muss eine europäische Fluggesellschaft Insolvenz anmelden. Wie das Branchenmagazin FVW berichtet, hat Small Planet Deutschland am Dienstag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen entsprechenden Antrag eingereicht. Die Tochtergesellschaft der gleichnamigen Airline-Gruppe aus Litauen fliegt seit 2016 unter anderem für Anex Tours, FTI, Tui und Thomas Cook Reisende in den Pauschalurlaub. Der Flugbetrieb soll ohne größere Einschränkungen fortgeführt werden.

Small Planet Leipzig

Flüge im Rahmen von Pauschalreisen - wie hier für Tui ab Leipzig - will Small Planet trotz Insolvenz weiter durchführen. © Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Uwe Schoßig

Auf Anfrage von FVW bestätigte Small Planet, dass alle gebuchten Tickets weiterhin gültig bleiben und alle Flugverbindungen ab Deutschland und den Niederlanden planmäßig stattfinden sollen. Ziel sei es, trotz der angespannten finanziellen Lage mindesten den anstehenden Winterflugplan absolvieren zu können. Durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung soll der Betrieb auch langfristig gesichert werden, indem sich das Unternehmen neu aufstellt.

Dem Branchenmagazin Aero Telegraph sollen interne Schreiben vorliegen, in denen das Management der Small-Planet-Gruppe als auch die deutschen Manager Gründe für die finanzielle Schieflage nennen. Während die Litauer vor allem riesige Entschädigungszahlung aufgrund massiver Verspätungen in diesem Sommer sowie andere ungeplante Ausgaben aufführen, sieht die deutsche Gesellschaft deutlich mehr Versäumnisse. So wurden Maschinen nicht gemäß Zeitplan ausgeliefert, die Rekrutierung und das Training der Besatzung seien zu spät erfolgt und die Abstimmung (Harmonisierung) der einzelnen Airlines innerhalb der Small-Planet-Gruppe sei mangelhaft gewesen.

Unter diesen Voraussetzungen könne die deutsche Tochtergesellschaft in den kommenden Monaten kein positives Ergebnis erzielen. Daher will man nun offenbar neue Investoren finden, die den Betrieb auch langfristig aufrecht erhalten und am Umbau der Airline mitwirken wollen. Auch das Personal soll zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt werden. Die anderen Airlines der Small-Planet-Gruppe in Litauen, Polen und Kambodscha sind von der Insolvenz nicht betroffen.

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