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Ryanair veröffentlicht Liste gestrichener Flüge

München, 19.09.2017 | 11:06 | hze

Reisende mit Ryanair können ab sofort auf der Website der Airline prüfen, ob ihr Flug von den massenhaften Streichungen bis Ende Oktober betroffen ist. Damit reagiert der Low-Coster auf heftige Kritik der EU-Kommission, die ebenfalls klargestellt hat, dass Ryanair etwaige Entschädigungszahlungen leisten müsse. Zudem zweifeln Experten den Grund für die Annullierungen an.

Ryanair Flugzeuge Bis Ende Oktober bleiben mehr als 2.100 Ryanair-Verbindungen am Boden. Experten mutmaßen, dass die Iren damit Slots von Air Berlin ergattern wollen, sollte diese den Betrieb einstellen. © Ryanair
Laut der Auflistung von Ryanair fallen allein am 19. und 20. September insgesamt 110 Flüge aus. Darunter sind auch mehrere Deutschlandverbindungen, etwa von Köln und Nürnberg nach Mailand, Berlin nach Dublin sowie jeweils ein Flug von London-Stansted nach Düsseldorf, Dortmund und Köln. Doch auch danach ist keine Besserung in Sicht. Am Donnerstag, 21. September kann Ryanair sogar mehr als mehr als 80 Verbindungen nicht durchführen. Danach müssen Passagiere der Iren täglich mit rund 50 Flugstreichungen rechnen. Insgesamt sind damit seit dem 18. September mehr als 2.100 Flüge betroffen.

Ryanair bietet Passagieren die Rückerstattung des Ticketpreises oder eine kostenlose Umbuchung auf einen anderen Flug an. Die EU-Kommission hatte die Iren jedoch zuvor zur Einhaltung der Fluggastrechte ermahnt. Demnach müssen Airlines ihre Kunden mindestens 14 Tage vor Abflug über Streichungen informieren oder eine alternative Verbindung anbieten. Bei weniger als sieben Tagen darf diese nicht mehr als eine Stunde früher starten und nicht mehr als zwei Stunden später am Ziel ankommen. Andernfalls steht Passagieren eine Entschädigung von bis zu 400 Euro zu.

Derweil zweifeln Experten an den von Ryanair genannten Gründen für die Annullierungen, die Kosten senken, und die Pünktlichkeit erhöhen zu wollen. Laut der Pilotenvereinigung Cockpit laufen dem Billigflieger hingegen die Piloten weg und wechseln zu anderen Airlines. Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne sieht laut DPA noch einen zweiten möglichen Grund. Air Berlin könnte in den kommenden Wochen trotz Kredit der Regierung das Geld ausgehen. Stellt die Airline ihren Betrieb ein, muss der zuständige Koordinator der Bundesrepublik deren Start- und Lande-Slots sofort neu vergeben. Dafür kommen jedoch nur Airlines infrage, die verfügbare Flugzeuge und Personal haben. Genau für diesen Fall könnte Ryanair die Maschinen abstellen, anstatt sie im Regelbetrieb fliegen zu lassen, mutmaßt Wissel.

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