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Ryanair-Piloten drohen mit Streik

München, 08.12.2017 | 09:57 | lvo

Ryanair-Piloten haben einen Streik angedroht. Betroffen sind Italien, Portugal sowie Irland. Damit besteht bei der irischen Lowcost-Airline erstmals die reale Möglichkeit eines Ausstands der Flugkapitäne. Die reagiert mit scharfen Sanktionen und kündigt Gehaltskürzungen an.

Ryanair Flugzeug Start Erstmals haben Ryanair-Piloten mit einem Streik gedroht. Foto: Ryanair
Wie das Branchenportal Aero am Donnerstag berichtete, riefen die italienischen Gewerkschaften Anpac und FIT-CISL die Piloten und Kabinencrews von Ryanair zu einer vierstündigen Arbeitsniederlegung am 15. Dezember auf. Mit dem Ausstand sollen Tarifverhandlungen erzwungen werden. Auch die portugiesische Gewerkschaft SPAC gab laut dem Portal Airliners bekannt, ein Mandat für Arbeitskampfmaßnahmen gegen Ryanair erteilt bekommen zu haben. Dem Bericht zufolge forderten auch die Gewerkschaften Cockpit und UFO in Deutschland tätige Ryanair-Besatzungen zu Gesprächen auf.

Offenbar soll es in Irland, der Heimat der Fluggesellschaft, ähnliche Bestrebungen geben: Nächste Woche wollen die irischen Flugkapitäne über einen Streik abstimmen. Per Memo hat Ryanair daraufhin angeblich streikwilligen Piloten Gehaltskürzungen, eine Aussetzung von Beförderungen sowie Versetzungen angedroht. Robin Kiely, Kommunikationschef bei der Airline, erklärte zudem, dass derartige Streikandrohungen von Ryanair selbst, als auch von den Piloten, ignoriert würden. Es sei bereits das sechste Mal, dass Streiks angedroht, später jedoch wieder verschoben oder abgesagt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass dies auch beim aktuellen Fall passieren wird, da sowohl FIT-CISL als auch Anpac Gewerkschaften von Alitalia sind und laut Kiely keinen Bezug zu Ryanair haben.

Kommt es zum Streik, würde das für Ryanair besonders brisant werden. Erst im September und Oktober hatte der Billigflieger Tausende Flüge streichen müssen. Der offizielle Grund für die Annullierungen – das Bestreben nach mehr Pünktlichkeit und weniger Kosten – wurde dabei von Experten angezweifelt. Offenbar läuft der Airline das Personal weg. Zusätzlich hatten wegen einer Dienstplan-Panne zahlreiche Piloten gleichzeitig Urlaub genommen und so für die massiven Streichungen gesorgt.

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