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Stuttgart 21: Flughafen-Bahnhof etwa 224 Millionen Euro teurer als erwartet

München, 24.10.2012 | 16:40 | jw

Beim umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 droht eine neue Variante für den Haltepunkt am Flughafen den vereinbarten Kostendeckel von 4,33 Milliarden Euro zu sprengen. Im sogenannten Filderdialog wurde eine neue Version erarbeitet, die Mehrkosten in Höhe von 224 Millionen Euro verursachen würden. Dies bestätigte Volker Kefer, der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, am Montag gegenüber verschiedenen Medien.

Flughafen Stuttgart aus der Luft Neuer Flughafenbahnhof wird teurer als erwartet. Foto: Flughafen Stuttgart GmbH
Die Mehrkosten am Flughafenbahnhof seien darauf zurückzuführen, dass man den S-Bahn- und den Fernbahnverkehr auf einer Ebene zusammenführen wolle. Bei einer zusätzlichen Bahnanbindung an den Flughafen im Westen würden weitere 30 Millionen Euro hinzukommen, sagte Kefer. Aufgrund der Arbeiten am Flughafen werde sich das Projekt der Bahnanbindung insgesamt verzögern. Wird die neue Variante für den Flughafen umgesetzt, könne die Anbindung des Flughafens an den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof erst 2022 fertiggestellt werden - zwei Jahre nachdem das Gesamtprojekt abgeschlossen sein soll. Aber auch die ursprüngliche Version der Flughafenanbindung bringe eine Zeitverzögerung von einem Jahr mit sich, sagte der Infrastruktur-Chef der Bahn. Einer der Gründe für die Verzögerung sei, dass ein neues Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden müsse.

Die neuen Berechnungen sind das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Inklusive der genannten Zusatzkosten würde das Projekt etwa 4,6 Milliarden Euro verschlingen. Die Mehrkosten von 80 Millionen Euro, die sich aus der Schlichtung im Streit um Stuttgart 21 ergeben haben und deren Zahlung noch nicht geklärt ist, sind in dieser Kalkulation allerdings noch nicht enthalten.

Die Projektpartner wollen Anfang 2013 endgültig entscheiden, ob die veränderte Version des Flughafenbahnhofs gebaut wird und wer die anfallenden Kosten übernimmt. Indes forderten der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und der designierte Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) erneut mehr Kostentransparenz von der Bahn und lehnten eine weitere Beteiligung des Landes und der Stadt ab. Der Flughafen, der zu zwei Dritteln dem Land gehört, steuere bereits weitere 360 Millionen Euro für den Halt bei, so die Begründung.

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