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Bei KLM drohen erneut Streiks

München, 31.08.2018 | 09:20 | hze

Air-France-KLM ringt seit Monaten mit den beschäftigen um neue Tarifverträge, nach 15 Streiktagen in den ersten sechs Monaten des Jahres hatte sogar Konzernchef Jean-Marc Janaillac seinen Hut genommen. Nun könnte der Konflikt einem Bericht des Branchenmagazins FVW zufolge nach drei streikfreien Monaten erneut aufflammen. Gewerkschaftsvertreter stellten klar, dass der Verzicht auf Ausstände nicht bedeute, dass erneut verhandelt wurde. Vielmehr halte der Konzern die Angestellten hin.

Air France Airbus Erneut drohen bei Air France und KLM Streiks. Das Personal wirft dem Konzern vor, die Tarifverhandlungen bewusst seit Monaten zu verzögern. © Air France
Dem FVW-Bericht zufolge würde von Air-France-KLM bei Nachfragen die „scheinheilige Ausrede“ vorschieben, dass der neuen Generaldirektor Benjamin Smith erst im September seinen Dienst antreten werde. Doch das wollen die Arbeitnehmervertreter nicht gelten lassen und erhöhen damit bereits den Druck auf den neuen Chef, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. Generell steht der Arbeitsbeginn des kanadischen Luftfahrt-Managers Smith unter keinen guten Vorzeichen. Denn den Beschäftigten stößt sauer auf, dass der Konzern sich trotz Rekordgewinne einer Erhöhung ihrer Gehälter bisher vehement entgegenstellt, der neue Manager mit variablen Bezügen und Aktien rund 4,25 Millionen Euro pro Jahr und damit fast das Vierfache seines Vorgängers verdienen kann.

Bereits im Februar war es bei Streiks der Mitarbeiter von Air France und der Tochtergesellschaft Joon zu massiven Flugausfällen gekommen. Nachdem Konzernchef Jean-Marc Janaillac Anfang Mai seinen Rücktritt angekündigt hatte, wurde ein weiteres Streikwochenende bei Air-France-KLM im Juni abgesagt. Seitdem läuft der Betrieb normal, unter der Oberfläche brodelte der Konflikt jedoch weiter.

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