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Handgepäck – Bestimmungen und Maße

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Durchblick beim Handgepäck – die wichtigsten Bestimmungen im Überblick

Drei Faktoren bestimmen, was bei einem Flug mit in die Kabine darf: die Sicherheitsbestimmungen, die Vorgaben für das Handgepäck der jeweiligen Airline und der vorhandene Platz im Flugzeug. Wer die Regeln missachtet, kann an der Sicherheitskontrolle und beim Check-in böse Überraschungen erleben: Das Spektrum reicht vom Verlust persönlicher Gegenstände über Zusatzgebühren bis hin zu Geld- und Gefängnisstrafen.

Die Richtlinien für die nationalen und internationalen Sicherheitsbestimmungen für den Luftverkehr ändern sich vergleichsweise selten. Die weltweit mehr als 5.000 zugelassenen Fluggesellschaften dürfen aber jederzeit frei entscheiden, wie viel Handgepäck in welcher Art von Gepäckstück sie zulassen. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor einem Flug direkt bei der entsprechenden Airline zu informieren. Mit unseren Informationen und Tipps zum Handgepäck kommen Passagiere problemlos durch die Sicherheitskontrolle und an Bord.


FAQ zum Handgepäck

1. Was genau gilt als Handgepäck?

Zum Handgepäck zählen alle Gepäckstücke wie Koffer, Taschen und Rucksäcke, die Flugpassagiere mit in die Kabine nehmen. Es unterscheidet sich vom Aufgabegepäck, das Reisende vor dem Boarding am Schalter aufgeben und das im Frachtraum mitfliegt. Manche Fluglinien erlauben mehrere Handgepäckstücke, viele Airlines akzeptieren zusätzliche Gegenstände wie Laptop-, Hand- oder Anzugtaschen und Regenschirme. Jacken, Hüte und andere Kleidungsstücke, die Passagiere bei der Reise tragen, gelten nicht als gesondertes Handgepäck.

2. Was darf ins Handgepäck?

Alles, was in die zugelassenen Gepäckstücke passt, nicht zu viel wiegt und die Sicherheit an Bord nicht gefährdet, kann mit ins Handgepäck. Dazu zählen auch Elektrogeräte wie Laptops, Handys und Kameras, Ladekabel und unter bestimmten Bedingungen auch Lebensmittel und Flüssigkeiten. Innerhalb der EU dürfen sogar Scheren, Feilen, Messer und Rasierer, deren Klingen in Kunststoff gefasst sind, mit an Bord. Allerdings nur, wenn die Klingen nicht länger als 6 cm sind.

3. Was darf nicht ins Handgepäck?

Grundsätzlich dürfen keine gefährlichen Gegenstände ins Handgepäck. Dazu zählen alle Waffen, Munition, waffenähnliche Objekte wie Spielzeugpistolen und alles, was sich als Waffe verwenden lässt, wie beispielsweise Ski- und Wanderstöcke, Baseball- oder Golfschläger und Werkzeug. Auch Stoffe, die leicht explodieren oder brennen, ätzend, toxisch, radioaktiv oder ansteckend sind, haben an Bord nichts verloren. Dasselbe gilt für Pfefferspray, Druckbehälter sowie Nass- und Säurebatterien, wie sie zum Beispiel in Autos zum Einsatz kommen.


4. Wie groß dürfen Handgepäckstücke sein?

Die zugelassenen Höchstmaße variieren von Airline zu Airline. Wer die Möglichkeiten seines Handgepäckstücks voll ausnutzen und gleichzeitig sichergehen möchte, dass der Koffer auch wirklich mit an Bord darf, muss sich vorab entsprechend informieren. Das geht bei der Airline-Übersicht von CHECK24 oder direkt auf der Website der jeweiligen Fluglinie.  

Häufig verwendete Höchstmaße sind:

  • 55 x 40 x 20 cm
  • 45 x 40 x 23 cm
  • 40 x 30 x 20 cm
  • 40 x 20 x 25 cm

5. Wie schwer darf das Handgepäck sein?

Auch hier gilt: Exakte Angaben zum zulässigen Gewicht des Handgepäcks gibt es nur bei der jeweiligen Fluglinie. Wobei das Handgepäck häufig gar nicht gewogen wird. Trotzdem variiert das Höchstgewicht für Reisetaschen an Bord bei den meisten Airlines zwischen 6 kg und 12 kg.


6. Dürfen Flüssigkeiten mit ins Handgepäck?

Ja, Flüssigkeiten dürfen mit an Bord. Allerdings nur in Einzelbehältern, die nicht mehr als 100 ml fassen. Alle Flüssigkeiten müssen außerdem in einen durchsichtigen, fest wiederverschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Volumen verpackt sein. Jeder Passagier darf nur einen dieser Beutel mit sich führen und muss diesen bei der Sicherheitskontrolle separat vorzeigen. Auch weniger flüssige und halbfeste Waren wie Gels, Lippenstifte, Zahnpasta und Lebensmittel wie Honig, Marmeladen, Brotaufstriche und Joghurt gelten als Flüssigkeit.


7. Gibt es Ausnahmen von den üblichen Bestimmungen?

Von den üblichen Regeln ausgenommen ist alles, was Passagiere benötigen, um aus medizinischer Sicht unbeschadet fliegen zu können. Deshalb gelten die üblichen Bestimmungen für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck ebenfalls nicht für Spezialnahrung, zum Beispiel für Babys, oder Medikamente. Sie müssen auch nicht in einen gesonderten Beutel für Flüssigkeiten gepackt werden. Für Medikamente ist es allerdings ratsam, eine ärztliche Bescheinigung mit sich zu führen und sich vorab zu erkundigen, ob die Airline und das Zielland die Mitnahme und Einfuhr des Mittels erlauben.


8. Welche Regeln gelten für Duty-free-Waren?

Seit 2014 dürfen Flüssigkeiten aus dem Duty-free-Shop wieder mit in die Kabine. Wenn das Personal die Produkte an der Kasse in speziellen Tüten versiegelt, müssen diese bis zur Ankunft geschlossen bleiben. Außerdem sollten Reisende den Kassenbon aufheben. Beides gilt vor allem für Duty-free-Einkäufe an Flughäfen in den USA und Kanada.


9. Wie viel Handgepäck ist in der Economy-Class kostenlos?

In der Regel ist die Mitnahme eines Handgepäckstücks, häufig auch die eines zusätzlichen persönlichen Gegenstands, gratis. Die genauen Maße, Bedingungen und Höchstgrenzen sind dabei bei vielen Airlines auch vom gewählten Tarif abhängig. Wobei das Spektrum für die Abmessungen vom Handgepäck bei Ryanair à 40 x 20 x 25 cm bis zu 56 x 45 x 25 cm beim zulässigen Handgepäck von Easyjet reicht. Wer die angegebenen Grenzen überschreitet, muss mit Zusatzgebühren rechnen.


10. Darauf sollten Passagiere unbedingt achten!

Die wichtigsten Punkte für eine reibungslose Mitnahme des Handgepäcks sind:

  • Die Bestimmungen zu Maßen, Gewicht, etc. der jeweiligen Airline 
  • Die allgemeinen Sicherheitsbestimmungen an Bord: Hinweise zu gefährlichen Gegenständen, deren Mitnahme in Flugzeugen grundsätzlich verboten ist
  • Die korrekte Handhabung von Flüssigkeiten im Handgepäck


Aufgepasst! Tipps und Tricks beim Gepäck

Tricks und Kniffe für das Handgepäck bei Ryanair

Seit November 2018 bietet Ryanair folgende Tarife an: Standard, Plus und Flexi Plus. Im Standard-Tarif ist seither nur noch eine kleine Tasche mit Maßen von 40 x 20 x 25 erlaubt. Wer mehr Gepäck mitnehmen möchte, muss dennoch nicht den teils deutlich teureren Plus-Tarif buchen. Denn: Wer im ersten Buchungsschritt den Standard-Tarif wählt, kann im Folgenden günstig weitere Gepäckstücke zubuchen. Für etwa 10 Euro gibt es entweder ein weiteres, größeres Handgepäckstück samt Priority Boarding oder ein 10 kg schweres Aufgabegepäckstück. Wer das vorab nicht weiß, bucht womöglich den zwar komfortableren, aber auch teureren Plus-Tarif.  


Lufthansa und Eurowings kontrollieren das Handgepäck stärker

Seit April 2019 passen Lufthansa und Eurowings beim Handgepäck genauer auf. Vor allem auf Strecken mit hohem Fluggast- und Handgepäckaufkommen kontrollieren die Airlines das Gewicht, die Größe und die Anzahl der Handgepäckstücke ihrer Passagiere bereits vor der Sicherheitskontrolle. Zu große Trolleys und zusätzliche Handgepäckstücke werden entsprechend markiert und kommen gegen eine Zusatzgebühr von jeweils 35 Euro in den Frachtraum.


Besondere Regel für das Handgepäck bei Reisen in die USA

Seit Juni 2018 gilt auf Direktflügen von Europa in die USA für das Handgepäck die sogenannte Puder-Regel oder Powder Rule. Seither dürfen Pulver und pulverartige Substanzen nur noch in Behältern mit einem Fassungsvermögen von maximal 350 Millilitern mit ins Handgepäck. Das Sicherheitspersonal darf diese bei Bedarf zudem genauer untersuchen. Von der Regel betroffen sind unter anderem Make-up-Produkte, Zucker, Proteinpulver, Gewürze und Kaffee. Babynahrung, Arzneimittel und der Inhalt von Urnen sind von ihr ausgenommen.