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EuGH-Urteil: Entschädigung für Verspätung auch bei Zwischenlandung außerhalb der EU

München, 04.06.2018 | 15:47 | jw

Flugreisenden steht unter bestimmten Bedingungen auch eine Entschädigung für stark verspätete Anschlussflüge außerhalb der EU zu. Das hat der Europäische Gerichtshof am vergangenen Donnerstag in einem Grundsatzurteil entschieden. Voraussetzung für den Anspruch auf Ausgleichszahlung ist, dass der Abflugort innerhalb der Europäischen Union liegt und die Flüge Teil derselben Buchung sind.

Air Canada Boeing 787 Dreamliner bei der Landung EuGH-Grundsatzurteil zu Verspätungen bei Anschlussflügen außerhalb der EU.
Im konkreten Fall ging es um eine Verbindung von Berlin nach Agadir mit Zwischenlandung in Casablanca. Die Klägerin hatte einen Flug mit einer marokkanischen Airline von Berlin nach Casablanca und von dort weiter nach Agadir gebucht. In Casablanca durfte sie ihren Anschlussflug aber nicht antreten, weil die Fluggesellschaft ihren Platz zuvor bereits vergeben hatte. Die Frau erreichte Agadir daraufhin mit einer Verspätung von vier Stunden.

Da die Buchung als ein einziger Flug zu werten sei, habe die Klägerin nach EU-Recht Anspruch auf eine Entschädigung, hieß es in der Begründung des EuGHs. Die marokkanische Airline hatte die Zahlung mit dem Argument verweigert, dass es sich um einen innermarokkanischen Flug gehandelt habe, weshalb die Ansprüche nicht gälten.

Die Richter verwiesen darauf, dass dies nur der Fall sei, wenn Passagiere ihren Flug außerhalb der EU antreten. Der Start des Fluges habe in Berlin und somit innerhalb der EU gelegen. Die Betroffene hatte vor dem Landgericht Berlin geklagt, das den EuGH daraufhin um eine Auslegung gebeten hatte.

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