Sie sind hier:

Streik: Ryanair-Piloten legen Freitagmorgen die Arbeit nieder

München, 21.12.2017 | 16:49 | hze

Die geplanten Tarifverhandlungen zwischen Ryanair und deren Piloten sind noch vor Beginn ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief daher am Donnerstagnachmittag die rund 200 fest angestellten Piloten des Billigfliegers dazu auf, am Freitag, 22. Dezember von 5:01 Uhr bis 8:59 Uhr in den Warnstreik zu treten. Betroffen seien sämtliche Routen von allen deutschen Abflughäfen.

Anzeigetafel mit gestrichenem Flug Erstmals in der Geschichte der Airline haben die Piloten von Ryanair in Deutschland für den 22. Dezember einen vierstündigen Warnstreik angekündigt.
Die Gewerkschaft erklärt, man bedauere die Auswirkungen auf die Passagiere, Kabinenbesatzungen und Bodenmitarbeiter. Betroffenen Flugreisenden wird empfohlen, sich direkt mit Ryanair in Verbindung zu setzen, da nur das Unternehmen selbst sagen kann, welche Flüge annulliert werden und welche nicht. Da ein Streik des eigenen Personals nach deutscher Rechtsprechung nicht als außergewöhnlicher Umstand gilt, haben Passagiere von verspäteten oder annullierten Flügen neben einer Umbuchung oder Erstattung des Flugpreises auch Anrecht auf eine Entschädigung.

Die Schuld für die Eskalation des Arbeitskampfes sieht die VC klar bei Ryanair. Laut Gewerkschaft habe der irische Billigflieger die Gespräche kurzfristig abgesagt, da er zwei von fünf Tarifkommissionsmitgliedern der Gewerkschaft ablehnte. Die VC wertet dieses als deutliches Zeichen dafür, dass Ryanair an einem Einstieg in konstruktive Verhandlungen nicht interessiert ist. „In der Geschichte der VC hat es noch nicht einen Fall gegeben, bei dem die tarifpolitische Autonomie von einem Arbeitgeber so mit Füßen getreten worden ist, wie es jetzt bei Ryanair der Fall ist“, erklärt Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. Die medienwirksame Bereitschaft zur Verhandlung mit den Piloten bezeichnet die VC hingegen als reinen PR-Gag. Ähnliche Bedenken hatte auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) geäußert, als Ryanair angekündigt hatte, auch mit den Flugbegleitern verhandeln zu wollen.

Weitere Nachrichten über Flug